Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V.

Verein für Natur- und Artenschutz in Niedersachsen

anerkannt gem. § 63 Bundesnaturschutzgesetz und § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz

Verein

Der Verein

Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) wurde 1976 als gemeinnütziger Verein in der Universität Vechta gegründet und gehört zu den 15 in Niedersachsen nach § 63 Bundesnaturschutzgesetz und § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz anerkannten Landesnaturschutzverbänden.

Das Hauptziel der BSH ist der Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere, insbesondere selten gewordener Arten. Durch den Erwerb und Aufbau von Ruhezonen sowie den Erhalt und die Pflege bereits bestehender Biotope werden Lebensräume für bedrohte Arten angeboten. Das Arbeitsgebiet der BSH umfasst den nordwestdeutschen Raum mit dem Schwerpunkt zwischen Weser und Ems im Bundesland Niedersachsen (siehe Satzung der BSH). Im Niedersächsischen Landesarchiv in Oldenburg sind die besonderen historischen Verdienste der BSH um den Naturschutz in Niedersachsen dokumentiert. HIER geht es zum Archiv.

Die Projekte und Initiativen der Schutzgemeinschaft werden vom ehrenamtlich arbeitenden Vorstand auf den Weg gebracht. Die Durchführung der Projekte liegt in der Hand von ebenfalls ehrenamtlich Aktiven sowie von geringfügig Beschäftigten oder ggf. projektfinanzierten Mitarbeitenden.

Um die satzungsmäßigen Ziele zu erreichen, ist die BSH auf verschiedenen Gebieten aktiv:

  • Anlage und Pflege schutzwürdiger Biotope. Dazu gehören Erhalt, Anlage und Entwicklung von Streuobst­wiesen, Teichen, Tümpeln und Blänken, von Wäldern und Hecken, aber auch die Pflege von Gebieten, die im Besitz der BSH sind oder von ihr zu Naturschutzzwecken ange­pachtet werden. Wiesen müssen gemäht, Wege freigehalten, Obstbäume beschnitten und Zäune sowie Hinweisschilder erneuert werden. Alle Flächen sind öffentlich zugänglich und dienen als Anschauungsobjekte für Naturinteressierte wie Schulklassen und Einzel­besucher.
  • Stellungnahme zu raumbedeutsamen Planungen. Die BSH ist nach § 63 Bundesnatur­schutzgesetz niedersachsenweit anerkannt und mit der „Wahrnehmung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege“ betraut. Das bedeutet, dass alle Unterlagen zu raumbedeutsamen Planungen, die eine gewisse Mindestgröße überschreiten, der BSH zur Stellungnahme vorgelegt werden.
  • Umweltbildung. Die BSH gibt einmal im Jahr ein Veranstaltungsprogramm heraus. In Zusammenarbeit mit befreundeten Vereinen werden Exkursionen oder Vorträge zu naturschutzrelevanten Themen angeboten. Darüber hinaus werden Schulen und Kindergärten bei der Durchführung von Umweltbildungsprojekten oder bei der Neu­gestaltung ihres Geländes unterstützt.
  • Herausgabe von Schriften. Regelmäßig erscheinen Schriften aus den Serien „Merkblätter“, „Öko-Portraits“ oder „Norddeutsche Biotope“, die kurz und allge­meinverständlich wichtige Themen der Zeit bearbeiten. In unregelmäßigen Abständen werden Bücher, z.B. zu den Themen Allergie und Umwelt, Wallhecken, Ahlhorner Fischteiche, Hunte, Jade u.a. herausgegeben.
  • Buchladen. Die BSH ist anerkannter Buchhändler. Im BSH-eigenen kleinen Buchladen werden Schriften zu Natur-, Umwelt- und Biotopschutz, Gartengestaltung und gesunder Ernährung ausgelegt. Es kann auch jedes andere Buch bestellt werden. Außerdem werden Nistkästen verkauft und sind ständig in großer Auswahl vorrätig.
  • Bürgerinformation. Die BSH ist Ansprechpartnerin für Fragen des Arten- und Biotop­schutzes. Viele Bürger nehmen dieses Informationsangebot wahr.

Gründungsanlässe und Erfolge der BSH

Zwei wichtige Themen, die die BSH seit ihrer Gründung geprägt haben, sind die Massentierhaltung in Nordwestdeutschland und die streckenweise Sanierung des Fließgewässers Hunte, das der BSH ihren Namen gab.

Schon 1976 hat die BSH als einer der ersten Verbände auf die verheerenden Auswirkungen der Massentierhaltung (agrarindustrielle Veredlungswirtschaft) in allen Medien aufmerksam gemacht, unter anderem mit ausführlichen Filmen in der ARD. Entsprechende Bürgerinitiativen wurden gegründet und unterstützt.

An der Hunte konnte ein großes EU-gefördertes Forschungsvorhaben zur „Modellhaften Sanierung kleinerer Fließgewässer am Beispiel der Hunte“ durchgeführt werden, in dem Konflikte aufgezeigt und Maßnahmen zur Sanierung vorgeschlagen werden. Manches davon wird nun in einzelnen kleinen Schritten umgesetzt, so z.B. die Verlängerung des Flusslaufes der Hunte, die Sanierung von Nebengewässern und die ökologische Verbesserung des Zustandes am Dümmer, einem großen Flachwassersee, der von der Hunte gespeist wird.  Die Initiative der BSH (ab 1977) zu einem ersten niedersächsischen Umweltministerium führte schließlich zum Erfolg.

Die Unterschutzstellung wichtiger Gebiete (Marka, Dümmer, Diepholzer Moor) konnte mit behördlicher Hilfe durchgesetzt werden. 

Historisches zur BSH finden Sie auch im ARCHIV. Schauen Sie gerne mal hinein!

BSH früher und heute. Fotos: BSHnatur