Neues Merkblatt aus der Reihe „Ökoportrait“ erschienen
Wardenburg. Gefördert von der Bingo-Umweltstiftung, zeigt das neue Ökoportrait über den Pirol von Dr. Sabine Baumann, wie wichtig es bei Zugvögeln ist, die Lebensweise im gesamten Jahreszyklus zu betrachten. Das Verhalten und die Lebensbedingungen im Brutgebiet, auf dem Zug und im Winterareal sind, so Baumann, aufs Engste miteinander verknüpft.
Hervorgehoben wird im Portrait auch die Bedeutung des Pirols als einer der wenigen Fressfeinde der stark behaarten Raupen des
Eichenprozessionsspinners.
Das optisch ansprechende, allgemeinverständliche und bebilderte Porträt über den Pirol (Umfang: 12 DIN A4 Seiten, zusätzlich als Langfassung mit Literatur auf der BSH-Homepage hinterlegt) informiert umfassend über diesen faszinierenden, scheuen, wenig bekannten heimischen Singvogel, seine Lebensweise und seine Lebensraumansprüche.
Der hier bei uns heimische Eurasische Pirol ist der einzige Vertreter seiner tropischen Vogelfamilie in Europa. Er ist besonders durch den Verlust seines Lebensraums bedroht und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Arten. Vielen Menschen ist er unbekannt, weil er sich ausschließlich in den obersten Baumkronen aufhält und auf diese Weise „unsichtbar“ bleibt. Er benötigt strukturreiche Habitate, die in unserer Landschaft selten geworden sind: lichte Au- und Bruchwälder, gewässernahe Laubwälder. Diese sensiblen Ökosysteme sind deshalb dringend zu erhalten und naturnah zu bewirtschaften. Hinzu kommen Gefahren auf den langen Zugwegen des Pirols. Er ist Langstreckenzieher und nur von Mai bis August bei uns, um zu brüten. Danach fliegt er mehr als 8.000 Kilometer ins tropische Afrika. Auf dem Zug wird er in Rastgebieten, z.B. im Mittelmeergebiet, oft illegal gejagt. Im Überwinterungsgebiet trifft er auf seine dort heimische Schwesterart, den Afrikanischen Pirol, und teilt sich Lebensraum und Nahrung.







